Wir freuen uns, dass ihr einem Hund aus dem Tierschutz ein Zuhause schenken möchtet. Damit ihr gut vorbereitet seid, möchten wir euch vorab auf einige wichtige Punkte hinweisen:
Altersangaben
Die Altersangaben unserer Hunde beruhen in den meisten Fällen auf sorgfältigen Einschätzungen. Sie orientieren sich am Allgemeinzustand, am Verhalten sowie an körperlichen Merkmalen wie etwa dem Zahnstatus. Bitte beachtet, dass es sich dennoch um Näherungswerte handelt und wir hierfür keine Gewähr übernehmen können.
Verhaltensinformationen
Die Angaben zum Verhalten basieren auf Beobachtungen der Tierschützer vor Ort und sind subjektiv. Im Tierheimalltag – oft im Zwinger – zeigen Hunde häufig ein anderes Verhalten als später in einer Familie.
Veränderung im neuen Umfeld
Das Verhalten im zukünftigen Zuhause kann deutlich von den Beschreibungen abweichen. Selbst Hunde, die längere Zeit in einer Pflegestelle leben, zeigen bei ihrer neuen Familie oft ein anderes Verhalten – positiv wie auch herausfordernd. Gleiches gilt für Themen wie Stubenreinheit oder das Alleinebleiben.
Eingewöhnung braucht Zeit
Der Wechsel in ein neues Zuhause ist auch für die Hunde eine große Umstellung. Bitte bringt Geduld, Verständnis und liebevolle Konsequenz mit. Nur so kann aus einem Hund aus dem Tierschutz ein glücklicher Begleiter werden.Für uns kennt Tierschutz keine Grenzen.
Gesundheitszustand
Unsere Hunde werden – soweit möglich – geimpft, kastriert, entwurmt, entfloht und auf Mittelmeerkrankheiten getestet. Bitte beachtet, dass diese Tests stets nur eine Momentaufnahme darstellen. Ein negativer Befund bedeutet nicht, dass eine Erkrankung durch lange Inkubationszeiten nicht doch später auftreten kann.
Giardien
Giardien kommen weltweit vor – auch in Deutschland. Sie überleben in Pfützen, stehenden Gewässern oder auf kontaminierten Flächen und können über Wasser oder Futter aufgenommen werden. Besonders junge Hunde, geschwächte Tiere oder Hunde aus schlechter Haltung sind anfälliger.
Da unsere Hunde aus belastenden Verhältnissen stammen, ist ihr Immunsystem häufig noch nicht stabil. Eine Infektion oder Reinfektion im neuen Zuhause kann daher vorkommen und eine Nachbehandlung direkt nach der Ankunft notwendig machen. Wir bitten hierfür um Verständnis.
Vorbelastungen aus schlechter Haltung
Unsere Hunde stammen überwiegend aus Vermehrerhaltung. Dadurch können gesundheitliche Probleme verstärkt auftreten – insbesondere bei Bulldoggen, Möpsen und anderen Molosser-Rassen. Typische Themen können u. a. sein:
Viele dieser Probleme zeigen sich erst im neuen Zuhause, wenn der Hund zur Ruhe kommt.
Bitte überfordert euren Hund in der Anfangszeit nicht. Die Tiere sind durch jahrelange Käfighaltung oft kaum bemuskelt und müssen langsam Kondition und Muskelaufbau entwickeln, um bestehende Beschwerden teilweise ausgleichen zu können.
Brachycephale Rassen
Bei kurzköpfigen Hunderassen können erblich bedingte Besonderheiten zu weiteren gesundheitlichen Herausforderungen führen, z. B.:
Wichtige Hinweise zur Gesundheit und Verantwortung
Wir vermitteln unsere Hunde immer nach bestem Wissen und Gewissen – dennoch können wir keine Gesundheitsgarantie geben. Viele Symptome zeigen sich erst im neuen Zuhause, da im Tierheimalltag nicht immer alle gesundheitlichen Probleme erkennbar sind.
Belastung vor Ankunft
Unsere Hunde haben in den Monaten vor ihrer Ausreise enormen Stress erlebt:
Ausgesetzt, im Zwinger isoliert, in fremde Rudel integriert, anschließend der Transport nach Deutschland und die erneute Umstellung auf Klima und Umgebung.
All dies schwächt das Immunsystem – Durchfall, Husten oder andere stressbedingte Reaktionen können daher nach der Ankunft auftreten.
Gesundheitsinformationen
Wir geben euch alle bekannten Informationen zum Gesundheitszustand weiter. Dennoch kann es passieren, dass eine unerkannt gebliebene Erkrankung erst später sichtbar wird – diese Garantie kann euch aber auch kein Züchter geben.
Verantwortung & Kosten
Ein Hund aus dem Tierschutz kann im Laufe seines Lebens immer Tierarztkosten verursachen – unabhängig davon, wie lange er bereits in der Familie lebt.
Bitte bedenkt diese Verantwortung vor einer Adoption. Ein Hund ist ein Lebewesen und kann nicht „zurückgegeben“ oder wie ein Produkt reklamiert werden.
Schutzgebühr
Die Schutzgebühr deckt nur einen Teil der tatsächlich entstandenen Kosten:
Da wir nach dem Sozialprinzip arbeiten, unterstützen jüngere und gesündere Hunde mit ihrer Schutzgebühr die Versorgung älterer und kranker Tiere.
Eine Rückerstattung der Schutzgebühr ist daher nicht möglich – auch nicht bei Rückgabe des Hundes.
Ehrenamtliche Arbeit
Wir arbeiten alle ehrenamtlich, sind berufstätig und haben Familien. Wir bemühen uns, alle Anfragen so schnell wie möglich zu beantworten und reagieren in der Regel innerhalb von 48 Stunden.
Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt, diese Informationen zu lesen – und noch mehr dafür, dass ihr einem Hund aus dem Tierschutz eine Chance geben möchtet.